30.03.2007
Von Agnes Koblenzer
 
 
   
 
Jazzige "Sonate in Urlauten" im Haus der Literatur

Eine nette Geste vom „Trio Lowlife“, bei der halbstündigen Teminverschiebung im Bonner Haus der Sprache und Literatur als die eigene Vorband aufzutreten. Dennoch – auch nach dem regulären Beginn präsentierten Odilo Clausnitzer (Horn), Dietmar Kruse (Posaune) und Markus Quabeck (Bass) eine Auswahl swingender Stücke aus ihrem Jazz-Repertoire zum Aufwärmen, die meisten von Odilo Clausnitzer und Dietmar Kruse komponiert.
Obgleich wegen des fehlenden Schlagzeugs untypisch in der Formation, überraschten alle Stücke sowohl in der abgewogenen Klangmischung als auch in der Vielfalt musikalischer Lösungen. Der dadaistische Bürgerschreck, die „Sonate in Urlauten“ von Kurt Schwitters kam als krönender Höhepunkt.
Odilo Clausnitzers jazzige Vertonung hat den lautmalerischen Charakter des Werkes gut getroffen. In die Musik mischt sich die zischende, gurrende, jaulende oder glucksende Gegenstimme des Rezitators Walter L. Mik, der experimentierfreudig den sprachlichen Vortrag übernahm. Die von Schwitters als unverständlich konzipierte doch von Walter L. Mik „sprachecht“ artikulierte Lautmischung legt immer wieder die Assoziation an eine reale Sprache nahe.
Beispielsweise bei der kleinen Auseinandersetzung der Musiker mit dem Sprecher, der, von den Bläsern ausgebuht, aufgebracht den Saal verlässt, um ihn ein wenig später von neuem aufbrausend durch eine Hintertür zu betreten.
Die uneingeschränkte Heiterkeit nach dem Vortrag, wurde mit einer Zugabe aus dem ersten Satz der „Ursonate“ besiegelt.